Montag, 29. April 2013

in weniger als 4 Wochen komm ich zurück nach Hause...

Hallo Ihr,
ich melde mich mal wieder.

Ich bin jetzt seit ca. 8 Monaten in Indien und die meiste Zeit davon war ich hier im Hope Project im Nizamuddin Basti.
Da jetzt meine Zeit so langsam zu Ende geht (ich fliege in 4 Wochen wieder nach Deutschland) möchte ich gerne mal wieder etwas über die Hope Project schreiben.

Die folgenden Bilder sind aus der Umgebung des Hope Projects, wo ich die letzten 8 Monate gelebt habe:



 Der Markt, wo ich die letzten 7 Monate mein Essen eingekauft habe


Hier ist gut zu erkennen wie die Falken im Müll nach etwas essbarem suchen

 Hier ist der Eingang der Dargah zu erkennen

 Blick auf eine Moshee direkt in der Nähe des Projektes

 Jeden Montan ist Markttag im Basti, hier sieht man die Waren die verkauft werden...
 Der Gewürzshop, wo es Gewürze zu super günstigen Preisen gibt...


und hier sind noch einige Bilder aus dem Basti, wo meine Nachbarn die leben...









Nach 8 Monaten hier im Hope Project ist es Zeit für mich mal über die ganze Zeit zurückzudenken.

Als ich am 31. August hier in Delhi angekommen bin, war alles komplett neu für mich und wenn ich heute meine ersten Blog-Berichte lese, kommen da natürlich einige Erinnerungen hoch.
So war es für mich am Anfang noch eine Herausforderung mit der ganzen Armut hier in Indien und vor allem im Basti klar zu kommen, als auch mit der Lautstärke und dem Schlachten von Tieren auf der Straße, etc.
Das ist jetzt alles ziemlich normal geworden.

Die ersten 2 Wochen ware somit sehr hart für mich, da ich keinen Europäer getroffen habe und nur wenige Leute im Project wirklich gut Englisch sprechen, wodurch ich mich damals sehr einsam gefühlt habe.

Nach 2 Wochen kamen dann die nächsten Volunteers, wodurch mir die Aufgabe zukam diese einzuführen, ihnen alles zu zeigen und ihnen das Ankommen so einfach wie möglich zu machen.
Die ersten 3 Monate (bis auf die ersten 2 Wochen) waren durchweg positiv, es war alles neu und ich hab mich einfach darauf konzentriert mich hier einzuleben... ein Inder zu werden.

Nach 4 Monaten kam mich mein Vater besuchen und wir haben einige Reise von gut 5 Wochen gemeinsam gemacht. Diese Reise war natürliche in großer Einschnitt, ich war nicht mehr wirklich im Projekt in dieser Zeit  aber irgendwie auch nicht wirklich draußen. Es war teilweise schwierig, da die Reise weder am Anfang noch am Ende meines Indien-Aufenthaltes war.
Nach dem Ende dieser Reise, welche für mich mit dem Urs von Hazrat Inayat Khan endete, war ich vom Gefühl her nicht mehr zu 100 Prozent in Indien, da ich während der Reise vieles nicht mehr von innen sondern eher wie ein Tourist von außen gesehen habe.
So habe ich die ersten 4 Monate mich versucht anzupassen und von innen alles zu sehen und hatte während dieser Zeit auch sehr viel Kontakt zu den Indern, vor allem in der Umgebung des Projektes, im Basti, ein teil dieses Anpassens war auch das Erlernen von Hindi, was es mir sowohl ermöglicht hat leichter in Kontakt mit den Indern zu kommen, als auch mir die Kultur mehr zu verstehen erleichtert hat.
Die Inder sprechen sehr "passivisch", so kann man z.B. nichts besitzen, es kann nur etwas bei einem sein, da man nach dem Tod es auch nicht mehr besitzen kann.

Als ich nach der Reise, welche sehr schön war und mir viele Erfahrungen in Indien brachte, wieder im Projekt anfing zu arbeiten, gab es zu allererst einen Konflikt zwischen Samiur, dem Exicutive Director und mir, welcher mich noch weiter aus dem als Inder fühlen raus gebracht hat und erste große Zweifel aufkommen lassen hat. Der Konflikt ist wohl auf den anderen Kulturen zu erklären. (wenn ihr genaueres dazu wissen wollt, schreibt mich doch einfach an)
Desweiteren ist mir aufgrund meiner erworbenen Fähigkeit Hindi zu sprechen aufgefallen, dass die Inder (auch einige im Projekt) teilweise sehr schlecht über Volunteers und Weiße an sich sprechen, was mich verletzt hat, da wir als Volunteers ja hierhin kommen um zu helfen und somit meiner Auffassung nach geschätzt werden sollten. Nach einigen guten Gesprächen mit Freunden darüber, habe ich dazu für mich Lösungen gefunden, sie einfach direkt darauf anzusprechen, was meistens ganz gut geklappt hat und wir teilweise sogar in ein Gespräch gekommen sind.
Eine andere Art von Wertschätzung habe ich in den letzten Wochen aber stark  wahrgenommen und die Arbeit macht wieder Spaß, gerade dadurch dass ich wieder mehr Verantwortung übernehme. Auch hatte ich zuletzt einige sehr gute Gespräche mit Samiur Rahman, dem Exicutive Direktor.
Auch kann ich sagen, dass mir die Mentalität der Inder sehr gut gefällt, beispielsweise ihre Offenheit und das einfache kommunizieren miteinander. Für die Inder ist  an sich die Gastfreundschaft super wichtig, was ich auch häufig gespürt habe. Einige Ausnahmen sind natürlich nicht zu vermeiden...

Was meiner Meinung nach jedoch ein sehr großes Problem ist, ist dass die Finanzierung Projektes zu einem Großteil auf Spenden basiert (über 90%), das Projekt aber dennoch weiter wächst und mehr Effort in das Wachsen steckt, was unter anderem auf höhere Erwartungen der Bedürftigen zurückzuführen ist, und sich das Projekt nicht in Richtung Selbstfinanzierung zu entwickeln scheint.
Der Fakt, dass das Projekt zu so einem großen Anteil auf Spenden basierend ist, führt zu einem großen Risiko.
Außerdem ist eine erhöhte Erwartungshaltung der Bedürftigen, welche teilweise denken die Europäer hätten immer genug Geld (was auch nur teilweise stimmt, wenn man sich die Mittelschicht der Inder anschaut sind diese auch nicht gerade schlecht betucht) und das Geld würde immer weiter kommen, meiner Meinung nach sehr schädlich und riskant (was, wenn es Deutschland (die Meisten Spenden stammen daher) plötzlich nicht mehr so gut geht und die Spenden sich stark verringern?). Meiner Meinung nach führt es auch dazu, dass die Wertschätzung dessen, dass es freiwillige Spenden sind immer geringer wird.
Das soll natürlich nicht bedeuten, dass man plötzlich aufhören sollte zu spenden aber vielleicht auch mehr darum kümmern sollte, die teilweise vorkommende Unproduktivität zu verringern und dem Projekt Know How zur Verfügung zu stellen um die Spenden besser zu nutzen.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass im Projekt an sich eine super Arbeit geleistet wird, die Ideen und Ideale sind super und werden auch größtenteils gut umgesetzt auch die Idee, dass jedem der in Not ist geholfen werden soll und es das Projekt es meines Wissens nach super hin bekommt den Menschen in der Umgebung, speziell im Basti, zu helfen. Auch ist es gut den Indern Verantwortung zu geben, wie es getan wurde und sie selbstständig zu machen, was vielleicht als Ziel auch demnächst in finanzieller Natur (zumindest teilweise) möglich sein könnte.

Wie schon oben gesagt fliege ich ja in 4 Wochen wieder nach Hause. Während meiner letzten 4 Wochen hier werde ich noch zum Urs (Todesfeier) von Moin-u-din Chisti für 5 Tage nach Ajmer fahren, wo etwa 1 Millionen Pilger erwartet werden, ansonsten noch einen schönen Abschluss hier im Projekt machen.

Vor etwa 2 Wochen habe ich endlich (nach knapp 8 Monaten Indien) das Taj Mahal in Agra besichtigt.
Es ist zwar ein beeindruckendes Bauwerk, aber meiner Meinung nach von innen leer. So gibt es sehr viele Tempel oder Moscheen, die mir aufgrund der Atmosphäre um einiges besser gefallen, als diese Touristenattraktion...





Im folgenden hab ich noch einige Bilder, die ich in letzter Zeit gemacht habe hochgeladen:

 der Ganges in Rishikesh mit einem Affen davor













 hier noch ein Bild einer meiner Klassen, die ich unterrichte





Alles Liebe und bis bald
Christian

I hope I will find time to translate it in English soon...

Mittwoch, 20. März 2013

visit of the Sufi Saint school January 2013

Mein Vater und ich haben auf unserer Reise unter anderem die Sufi Saint School besichtigt.
Da diese für uns beide so inspirierend war habe ich mich entschieden einen einzelnen Post für diese zu reservieren.
Wir haben vom 21.Januar bis 25. Januar bei Pir Inam Hassan der Gudri Shah Order wohnen können und während dieser Zeit Ajmer, die Dargah von Moin-u-din-Chisty (der Sufi, den den Sufismus aus dem persischen Raum nach Indien brachte) und vor allem die Sufi Saint school besichtigen können.

Die Sufi Saint School wurde 1990 durch die Erschütterung Pir Inam Hassans über die starken Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen gegründet mit der Vision einer Schule, die Gewalt und Elend in ihren Anfängen zu verhindern.
Die Schule soll ihnen Hilfe zur Selbsthilfe und Respekt vor anderen Menschen und Glaubensrichtungen lehren. Dafür werden unter anderem immer ähnlich viele Muslime und Hindus angenommen (jeweils etwa 40%).

Mein Vater und ich haben die Schule jetzt also 23 Jahre nach ihrer Gründung besucht.
Seitdem hat sich viel verändert, so hat Pir Inam Hassan 1990 angefangen auf einem Berg auf von zu Hause mitgebrachten Teppichen als non formal school zu unterrichten und heute hat jede Klasse der 13 verschiedenen Klassenstufen ihren eigenen Klassenraum mit Ventilator und die Schule wird staatlich anerkannt (es gibt heute 3 Vorschulklassen und die Klassen 1-10).
Heute wird die Schule von seiner Frau, Amina Hassan in der Funktion als Schulleiterin und ihm geleitet und hat etwa 20 Mitarbeiter.
Momentan wird die Schule weiter renoviert und es wird eine Aula/Halle für gemeinsames Treffen aller Klassen gebaut.
Gerade in dieser Aula, die heute noch ein Platz unter Wellblechdach ist, trifft sich die gesamte Schulgemeinde täglich vor dem Schulbeginn um ein von Pir Inam Hassan geschriebenes Lied zu singen, Ankündigungen zu hören und Inspiration von Gästen o.ä. zu bekommen.



Hier kann man den Eingang der Schule sehen, welcher gerade renoviert wird
 Hier kann man die ganze Schulgemeinde sehen welche sich morgens trifft


Auf diesem Bild ist neben den Schülern auch die Schulleitern,
die Frau von Pir Inam Hassan zu sehen






Hier ist die Schulleiterin und eine Lehrerin zu sehen

Der Sufi Saint School ist eine Persönlichkeitsbildung sehr wichtig, weshalb sie häufig Ausflüge machen und Arts und Crafts, Sport, etc. anbieten (das ist absolut nicht normal für Indische Schulen wo es normal weder Sport, noch Kunst Unterricht gibt)
Außerdem gibt es mehrmals im Jahr Projekttage und andere Aktivitäten. Auch Gäste sind immer willkommen etwas zu teilen. Das Selbstbewustsein der Kinder wird dadurch gefördert, dass es die Schule fast monatlich mit Aufführungen arbeitet. Auf der Bühne werden die Kinder gesehen und lernen sich zu zeigen und erleben, dass sie etwas können wofür sie sehr viel Lob ernten und ihr Selbstbewusstsein steigt.

Die Idee ist die Kinder in ihrem eigenen Glauben zu stärken, ob sie jetzt Hindus, Moslems, Sikhs, Jains, Christen oder welcher Religion auch immer angehören. Neben der Stärkung des Glaubens wird der Respekt der anderen Religionen durch ein gutes Vorbild vermittelt.

Die Sufi Saint School ist in der Nähe der Dargahs (Grabstätten) Pir Inam Hassans Ahnen und früheren leitern der Gudri Shah Order, einem im Ideal sehr ähnlichen Sufi Orden wie dem Internationalen Sufi Orden, Movement und Ruhaniat.
Desweiteren ist die Höhle in welcher Hazrat Moin-u-din-Christy meditiert hat ganz in der Nähe der Schule.

 Ein See ganz in der Nähe der Sufi-Saint-School

dies ist der Eingang zur Höhle von Moin-u-din-Chisty

Im Folgenden gibt es noch einige Bilder die Eindrücke aus dem Schulleben zeigen sollen:
Da Momentan renoviert wird, wird der Unterricht momentan etwas gestört.











Da Pir Inam Hassan nicht für immer vollständig abhängig von Spenden bleiben möchte, ist sein Ziel in den nächsten Jahren Finanziell unabhängiger zu werden und plant weitere Renovierungen und Erweiterungen wo er beispielsweise die zukünftige Aula am Wochenende für Hochzeiten vermieten kann o.ä.
Gerade durch die Aula kann er vermutlich sobald sie fertiggestellt ist etwa 50% der Unkosten tragen, da es akuten Mangel großer Räumlichkeiten in Ajmer gibt.

Spenden sind somit sehr willkommen, da Pir Inam Hassan nicht mehr viel Geld hat (er hat bisher sehr große Mengen seines Eigentums in die Schule gesteckt, welche er auf seinem Grundstück gebaut hat)
Weitere Informationen zur Sufi-Saint-School sind auf folgenden Webseiten erhältlich:
http://www.sufisaintschool.org/
http://www.sufi-saint-school-ev.de/sufi-saint-school.php (sehr empfehlenswert)




Translation

My father and me visited on our trip the Sufi-Saint School. Because it was very inspiring for both of us I decided to make a post just for this. We were invited to live at the home of Pir Inam Hassan, the spiritual leader of the Gudri Shah Order at the moment from the time of the 21st of January until the 25.
While this time were were able to visit the Dargah of Hazrat Moin-u-din-Chisty, and especially the Sufi Saint School.

The Sufi-Saint-School was founded in 1990 due to the shock of Pir Inam Hassan about the fighting between Muslims and Hindus and the vision of this school by him. It´s aim is to prevent violence and bale at its roots.
The school wants to help the students to learn to help themselves and to respect people believing in another religion. Therefore the school accepts every time a similiar amount of Hindu and Moslem students. (about 40% each)

My father and me visited the school now about 23 years after its foundation.
Since that it changed a lot, so Pir Inam Hassan started to teach on a carpet he brought from his home on a mountain as a non formal school and now every of the 13 classes has its own class room with fan and the school became a formal school accepted from the government (there are 3 pre school classes and the classes 1-10).
Today the school is headed by Amina Hassan, his wife and himself and has about 20 staff members.
At the moment the school becomes renovated and they are building an assembly haal where all classes are able to meet.
Just in this assembly hall which today is a place with corrugated sheet roof, all classes meet every morning to sing a song together, written by Pir Inam Hassan, to listen to announcements or get inspiration by guest etc.

Here you can see the entrance of the school which is beeing renovated at the moment

In this picture you can see all classes meeting in the morning with the principal Amina Hassan






For the school is is very importatnt to strengthen the student´s personality. Therefore they do excusions very often and offer arts and crafts, sports, etc. (this is not normal for indian schools)
Further, they have project days very often and other activities like guest who offer something.
Moreover, the school supports the self-confidence of the students with the help of monthly presentations where the students are seen on the stage and learn to show themselves and that they are able to do something. Due to a lot of honour, their self-confidence rises.

The idea of the school is further to strengthen the students´ believe in their own religion, it does not matter if they belong to the muslim, hinduism, sikhism, christianity or another religion. Alongside this they the school teaches to respect the other people believing in another religion with the help of beeing an exemplar.

The Sufi Saint School is nex to the Dargah of Pir Inam Hassan´s ancestors, the previous leaders of the Gudri Shah order, which´s ideal is very much similiar to the universal sufi order, movement and ruhaniat in the west.
Further the cave of Moin-u-din Chisty, where he meditated is next to the school.
 this is a lake just next to the Sufi-Saint-School
This is the entrance of the cave of Moin-u-din-Christy


The following pictures show something from the students school live.
Unfortunately it is interrupted due to the renovations at the moment.










Because Pir Inam Hassan does not want to be completely dependend on donations for every so he is planing to become less dependend within the next few years and plans renovations and small expansions, like to offer the assembly room for marriages or simliar.
Due to a lack of big rooms in Ajmer he estimately will be able to get 50% of the costs with the help of this assembly room.

Because of this donations are very much welcome, because Pir Inam Hassan himself does not have a lot of money left. (he spent a lot of his belongings in the school which he created on his own land)
Further information you can get on the following web pages:
http://www.sufisaintschool.org/
http://www.sufi-saint-school-ev.de/sufi-saint-school.php